Zeitumstellung aus chiropraktischer Sicht

Krankschreibungen steigen nach der Zeitumstellung an

Bei einer repräsentativen Umfrage der DAK aus dem Jahr 2013 lehnten 69 Prozent der Befragten die Zeitumstellung ab. Untersuchungen zeigen, dass es sich dabei um mehr als nur die mangelnde Bereitschaft zum Energiesparen handelt. Schlafstörungen treten deutlich häufiger auf und die stehen als Krankheitsauslöser schon lang auf der Beobachtungsliste der Mediziner. Vermehrte Herzinfarkte konnten ebenfalls dokumentiert werden. In einer Auswertung über drei Jahre zeigte sich, dass im Schnitt jeweils 55 Krankenhauseinweisungen wegen Herzinfakten in den drei Tagen nach Beginn der Sommerzeit erfasst wurden. Im restlichen Jahr liegt der Tagesdurchschnitt bei nur 44 Einweisungen. Seit neuestem werden von Schlafforschern die Auswirkungen auf die innere Uhr für die Mehrheit der Bevölkerung auf bis zu sieben Monate datiert – bis zum Anfang der Winterzeit.

Ungesunder Schlafmangel und schlechte Laune schwächen das Immunsystem. Menschen mit chronischen Erkrankungen und Dauermedikation – z.B. Diabetiker – kämpfen mit der geraubten Stunde. Für ihren sorgsam eingestellten Metabolismus können 60 Minuten viel ausmachen. Die bereits erwähnte Umfrage der DAK zeigte dementsprechend, dass sich an den drei Werktagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit 15 Prozent mehr DAK-Versicherte krankmelden als an vergleichbaren Arbeitstagen. Vor allem die 45- bis 59-Jährigen fielen oft aus.

Das ist kein rein deutsches Phänomen. In einer umfangreichen Befragung von Haushalten in Deutschland und England wurden die Studienteilnehmer zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Zeitumstellung zu ihren Lebensumständen und Befindlichkeiten befragt. In beiden Ländern war der Rückgang der Lebenszufriedenheit nach der Zeitumstellung nachweisbar.

Um dem schädigenden Faktor zu kompensieren, lohnt sich der achtsame Umgang mit den eigenen Ressourcen. Fordernde Termine sollten möglichst nicht in den ersten Tagen nach der Umstellung liegen. Natürlich unterstützt auch die Stressreduktion über eine chiropraktische Behandlung, da sie explizit die Belastung des neurologischen Systems verringert. Zusätzlich können naturheilkundliche Stimmungsaufheller wie Johanniskraut und bei Einschlafproblemen klassischerweise Baldrian, Hopfen oder Melisse zum Einsatz kommen.